DVM 1000km Hockenheim 2026
- 16. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Ohana Racing #22 | Supersport
Was am 4. März mit einer Anfrage von Lilo begann, wurde nur wenige Tage später Realität: Am 10. März, nach einem Telefonat mit Lilo und Teamchefin Nine, sagte ich zu – ohne die Strecke zu kennen, aber mit umso mehr Motivation.
1000 Kilometer. Drei Fahrerinnen. Ein Ziel: das Maximum herausholen.
Freitag – Ankommen und Realisieren
Schon bei der Einfahrt zum Hockenheimring war klar: Dieses Wochenende wird besonders.
Die gesamte Anlage, die Atmosphäre im Fahrerlager – hier wird Motorsport gelebt. Obwohl ich das Team bis dahin nur von Instagram kannte, fühlte ich mich vom ersten Moment an willkommen. Nine, Lilo, Jessi sowie die gesamte Crew lebten den Teamgedanken sofort vor: "Ohana means family."
Nach technischer Abnahme, Fahrerbriefing und ersten Eindrücken in der Boxengasse wurde mir bewusst, was dieses Rennen wirklich bedeutet: Endurance Racing pur.
Samstag – Zwischen Chaos und Kontrolle
Die Nacht war kurz, die Anspannung gross. Das Zeittraining wurde durch einsetzenden Regen früh beendet – echte Streckenzeit blieb mir kaum.
Um 11:30 Uhr dann der Start im Le-Mans-Modus. Jessi eröffnete das Rennen stark und positionierte uns direkt im Kampf um die Top 10.
Früh wurde klar: Dieses Rennen wird taktisch. Safety-Car-Phasen, wechselnde Bedingungen und schnelle Entscheidungen bestimmten das Geschehen.
Rückschlag und Comeback
Ein technisches Problem im Stint von Lilo warf uns zwischenzeitlich auf Platz 12 zurück.
Doch Aufgeben war keine Option.
Wir arbeiteten uns zurück ins Rennen. Stint für Stint, Runde für Runde.
Im Rennen – Rhythmus finden
Mein erster Stint war länger als geplant – knapp 50 Minuten, bis der Tank leer war. Körperlich fühlte ich mich überraschend stark, mental fand ich schnell meinen Rhythmus.
Mit jedem Turn wurde ich konstanter, sicherer – und konnte mich stetig steigern. Trotz fehlender Streckenkenntnis passte die Pace. Im weiteren Verlauf gelang mir bis dahin sogar die schnellste Runde im Team. Jessi toppte diese Zeit bei ihrem nächsten Stint meisterlich.
Der Zusammenhalt innerhalb des Teams war dabei spürbar – jede pushte jede.
Die Entscheidung – Risiko für die Top 10
In der Schlussphase wurde das Rennen – aufgrund mehrerer Safety-Car-Phasen – verkürzt.
Wir lagen auf Platz 11. Die Top 10 waren in Reichweite.
Die Strategie musste angepasst werden: Ein zusätzlicher Boxenstopp würde uns wertvolle Zeit kosten. Also traf Nine eine mutige Entscheidung:
Kein weiterer Fahrerwechsel
Ein letzter, langer Stint
All in
Mein Tank wurde maximal gefüllt – und ich bekam die klare Ansage: Du fährst bis ins Ziel.
Finale – Am Limit
Dieser letzte Stint war eine der intensivsten Erfahrungen meiner bisherigen Karriere.
Voller Fokus. Kein Raum für Fehler. Jede Runde am Limit.
Die Tankanzeige sank, die verbleibenden Runden ebenfalls – aber gefühlt nie schnell genug. Ich pushte bis zum Schluss, holte alles aus mir und dem Bike heraus.
Dann endlich: die Zielflagge. 🏁
Im Parc Fermé fiel die Anspannung schlagartig ab. Erschöpfung. Zittern. Und pure Freude.
Das Ergebnis: Platz 9 in der Supersport-Klasse.
Fazit
Über 7 Stunden. Knapp 1000 Kilometer.Ein Rennen voller Herausforderungen, Entscheidungen und Emotionen.
Für mich persönlich: ein unvergessliches Erlebnis – sportlich wie mental.
Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Ohana Racing Team, an alle Supporter und an jeden Einzelnen, der mitgefiebert hat.
Dieses Rennen werde ich nie vergessen. ❤️🏁


















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